Tristan von der Bey im Haus Sagunt

"Von Eis und Meer" im Radio

Martina Jung hat in ihrer Radiosendung “Martinas wundersame Welt der Bücher” (Orange/Wien) den Erzählband “Von Eis und Meer” vorgestellt. Neben einer kurzen Einführung in das Werk hat Martina Jung die beiden Geschichten “Eine wie keine” und “Tilmann” vorgelesen.
Der Beitrag soll in kürzer auf dieser Homepage eingestellt werden.
Bei Interesse kann er auch beim Autor angefordert werden.

„Von Eis und Meer“, Autor: Tristan von der Bey, Verlag: Schillinger

Ein symbolträchtiger Buchtitel und ein ebensolches Titelbild – nämlich ein Eisberg – machen der aufmerksamen Leserschaft auf den ersten Blick klar, was sie erwartet; Steht doch das Element Wasser für die Welt der Emotionen; bleibt doch der Großteil eines Eisberges im Meer verborgen …
Ein wesentlicher Aspekt, der sich in allen zwanzig Erzählungen der Lektüre wiederfindet, der sich quasi wie ein blaues Band durch alle Geschichten zieht, sind Gefühle in ihren unterschiedlichsten Facetten und zwischenmenschlichen Ausformungen.
„Schreiben IST Emotion“ oder „Darum geht es doch in allen Geschichten“, werden nun manche entgegnen. Stimmt! Sie haben recht. Doch Autor Tristan von der Beys Zugang zum Thema „Gefühle“ und Geschichtenerzählen ist meines Erachtens ein besonderer.
Er versteht es zum Beispiel – scheinbare – Gegensätze auf harmonische Art zu vereinen:
Von der Bey zeigt Charaktere und schildert Vorgänge gleichermaßen offen-direkt wie voller Zwischentöne, er beschreibt sie auf ebenso verträumte wie bodenständige Art und Weise. Der Gesamteindruck, den die Geschichten beim Leser / bei der Leserin hinterlassen, ist eine vollkommene, in sich stimmige, literarische Komposition, die zutiefst berührt. Keine Erzählung gleicht der anderen. Weder im Schauplatz noch in den Figuren. Teils sind sie humorvoll, teils tragisch. Manche sind seltsam-skurril, andere tiefsinnig-philosophisch. Alle zeugen von genauer Beobachtungsgabe sowie tiefem Einfühlungsvermögen in die menschliche Seele.

In Tristan von der Beys Sprach- bzw. Erzählmelodie einzutauchen, ist einfach, weil er einen meisterlichen Umgang mit Sprache pflegt. Die sanfte Melodie zarter Poesie durchdringt jede Zeile, die der Autor zu Papier bringt. Trotzdem bleibt seine Sprache klar, verständlich und frei von jeglichem Pathos.

Im Vergleich mit anderen Erzählbänden, die ich heuer gelesen habe, überzeugt „Von Eis und Meer“ durch die Natürlichkeit im Stil, die Ausgewogenheit in der Themenwahl sowie die Nachhaltigkeit, mit der die Geschichten in der Leserin / im Leser Resonanz erzeugen.
Die Menschenschicksale, die Autor Tristan von der Bey beschreibt, sind authentisch, weil seine Charaktere Menschen aus Fleisch und Blut und keine zweidimensionalen Karikaturen ihrer selbst sind. Schon allein deshalb lohnt sich die nähere Beschäftigung mit seien Werken.

Martina Jung für Orange 94.0

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Informationen zu Frau Jung finden Sie u.a. unter: Martina Jung und Union of Mankind