Pressematerial
Rezension:
„Vielleicht war es ja nur die Liebe,“ …
… „die Orlandos Herz zuschnürte, als er die Wohnung seiner Freundin Lisa verließ.“
Verträumt öffnet Orlando die Haustür und traut seinen Augen kaum: Vor seiner Nase verändert sich die Welt in einen schwerelosen Raum. Nichts von alledem, was er sieht, kann wahr sein – und doch ist es da. Das fantasievolle Stück „Orlandos schwerelose Mittagspause“ ist eine von insgesamt 7 Kurzgeschichten, die auf „Grammophon & Tiger“ zu finden sind. Gepaart mit 8 Klavierstücken entwickelt sich eine rasante Individualität zwischen den jeweiligen „Kompositionen“.
Tristan von der Bey und Dennis Roth haben ein Werk geschaffen, welches die beiden Kunstrichtungen „Wort“ und „Musik“ auf ganz eigenwillige und detaillierte Weise miteinander verbindet. Jede Tonspur vermittelt dabei einen eigenen Charakter. Während Tristan von der Beys Titelgeber „Grammophon & Tiger“ den wiedererwachten Wunsch eines alten Mannes aufzeigt, die Träume seiner Kindheit erneut in den Händen halten zu können, setzt Dennis Roth sein aufmunterndes „Entdeckung“, eine virtuose Klangfahrt, voran. Und so reichen sich Wort und Musik beständig die Hände. Sei es nun das verträumte „Über den Dächern“, das rotierende „Karussell“, das zuckersüße „Geheimnis“ oder das leichte „Vorhänge“, jedes Musikstück besitzt ein unverwechselbares Flair. Im Gleichklang dazu wirken die Kurzgeschichten, sei es „la corrida“, eine Geschichte über das Welken einer Liebe, „Draufsicht“, die Identifikation im chaotischen Alltag, oder „Verschattung“, die anfangs skurril anmutende Entscheidung eines jungen Mannes, sein eigenes Grab auszuheben, wie wahre Wortwunder.
„Grammophon & Tiger“ ist ein Hörbuch für Träumer, Denker und Genießer.
Rezensiert von Ricardo Friedrich
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