Tristan von der Bey: Faksimile

Geworfenheit

Der Tag, an dem Arno Bürkner seine Fähigkeit, Schlaf zu finden, verloren hatte, versank im Gefälle seiner Erinnerungen allmählich zu einem kleinen, wie ein müde atmendes Herz pochenden Punkt. Dennoch blieb jener Tag – oder, wie er manchmal dachte, jene Tage, die getrennt voneinander standen wie die Schafe einer grasenden Herde –, der Fluchtpunkt seiner Gedanken und Empfindungen, das Zentrum einer Kraft, die ihn mit einer Wucht hinabriss, die einem ungebremsten Sturz aufs Gesicht glich. Verloren hatte er dieses gewöhnliche und doch bei näherer Betrachtung nahezu zauberhafte Vermögen in der Geworfenheit in Familie und Einsamkeit, Liebe und Schuld. Und dieses Verstricktsein in Hoffnung und Verhängnis, in Irrtum und Glück bildet zugleich den roten Faden der Bürknerschen Familiengeschichte, der Generation um Generation unmerklich miteinander verknüpft.

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